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Esslingen
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Das alte Fachwerkhaus auf der kleinen Insel im Roßneckarkanal beherbergt heute ein Restaurant. Im Hintergrund zu sehen ist die Stadtkirche St. Dionys mit der Brücke zwischen den Türmen die dem sich neigenden Südturm Halt gibt.
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    Heiß und honigsüß rinnt der Met die Kehle hinunter und wärmt die klammen Finger. In einem dampfenden Holzzuber nimmt ein beleibter Herr ein Bad. Kinder schießen mit der Armbrust, Gaukler wirbeln Fackeln durch die Nacht, Musik vermischt sich mit Marktgeschrei und dem Duft nach Holzkohle-Feuern und Spanferkel. Der jährliche Mittelalter-Weihnachtsmarkt in Esslingen ist ein opulentes Spektakel.

    Das älteste Fachwerk-Haus Deutschlands in der Heugasse Nr. 3

    Die baden-württembergische Stadt (88.000 Einwohner) bietet dafür die perfekte Kulisse. Denn hier am Neckar steht nicht nur das älteste Fachwerk-Haus Deutschlands aus dem Jahr 1261 (Heugasse 3), sondern auch die älteste zusammenhängende Fachwerk-Zeile. Zu den schönsten Gebäuden gehört das Alte Rathaus. Seine Südseite ist ein Meisterwerk des Fachwerk-Baus, auf der Nordseite erhielt es im 16. Jahrhundert eine prachtvolle Renaissance-Fassade in kräftigem Rot und eine astronomische Uhr – High-Tech aus jener Zeit.

    Auch der Fackelzug vom Mittelalter-Markt zur Burg 300 Stufen über der Stadt mit anschließender Feuershow lockt viel Volk nach Esslingen. Doch die Burg, die keine ist, sondern Teil der ehemaligen Stadt-Befestigung, lohnt auch bei Tag den Anstieg. Der Blick über Stadt und steile Weinhänge bis zur Schwäbischen Alb ist die Mühe wert. Die jahrhundertealte Weinbau-Tradition brachte 1826 Georg Christian Kessler nach Esslingen. Er hatte bei Veuve Cliquot in Frankreich die Geheimnisse der Champagner-Herstellung gelernt und gründete hier die erste Sektkellerei Deutschlands, deren Kostbarkeiten heute noch handgerüttelt werden.

    Eine Brücke in luftiger Höhe stützt den Kirchturm

    Nach einem Bummel durch Gassen und kleine Läden in mittelalterlichem Ambiente, über den Hafenmarkt und die Innere Brücke mit ihren winzigen Barock-Häuschen empfiehlt sich die Stadtkirche St. Dionys als ein Ort der Stille und Besinnung. Spektakulär ist ihre äußere Erscheinung mit der Brücke zwischen den Türmen, die dem sich neigenden Südturm Halt gibt. Innen ist sie von kostbarer Schönheit. Draußen ertönt Gejohle und „Handgeklapper“ (Beifall): Das fahrende Volk heizt Esslingen ein – auch (oder vor allem) bei Minus-Temperaturen.

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    Tipp aus der Printausgabe: Dezember 2014 | Dorothee Fauth


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